Auf einem dunklen Holztisch liegen geschnitzte Runenstäbe, ein alter Knochenwürfel und ein kleiner Lederbeutel, daneben eine flackernde Kerze, im Hintergrund unscharf ein Bildschirm mit warmem Licht

Glückssymbole und Zufall: Vom Runenorakel bis zum modernen Online-Spiel

Der Wunsch, den Zufall zu verstehen oder wenigstens zu beeinflussen, ist so alt wie die Menschheit. Die germanischen Völker kannten dafür eigene Formen: Losstäbe, die auf ein Tuch geworfen wurden, Würfel aus Knochen und Zeichen, denen eine schützende oder glückbringende Kraft zugeschrieben wurde. Manches davon lebt bis heute fort, oft ohne dass wir es bemerken.

Dieser Beitrag verfolgt den Zufall von den Losorakeln der Germanen bis zu seiner heutigen Form. Wie man Runen selbst für eine Deutung nutzt, beschreiben wir ausführlich im Artikel Runen befragen.

Perthro, die Rune des Loses

Unter den 24 Zeichen des Älteren Futhark gibt es eine, die besonders eng mit dem Zufall verbunden wird. Die Rune Perthro ist in ihrer Bedeutung umstritten, wird aber häufig als Losbecher oder Würfelbecher gedeutet. Ihr Zeichen erinnert an einen umgekippten Becher, aus dem etwas herausfällt. In modernen Deutungen steht sie für Schicksal, Ungewissheit und das, was sich der Planung entzieht. Wer sich heute mit Glücksspiel beschäftigt, findet in Perthro ein passendes Bild: Der Ausgang liegt nicht in der eigenen Hand. Welche Angebote dabei legal sind und wo die beste Online Spielothek mit deutscher Erlaubnis zu finden ist, hat das Hamburger Abendblatt in einem Vergleich zusammengestellt.

Das Losorakel bei Tacitus

Die älteste Beschreibung germanischer Losbräuche stammt vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus. In seiner Schrift Germania aus dem Jahr 98 berichtet er, dass die Germanen einen Zweig von einem fruchttragenden Baum in Stäbchen schnitten, diese mit Zeichen versahen und auf ein weißes Tuch streuten. Ein Priester oder der Familienvater hob dann dreimal ein Stäbchen auf und deutete die Zeichen. Ob es sich dabei schon um Runen handelte, ist unsicher, denn die ältesten Runeninschriften sind etwas jünger. Das Prinzip aber ist klar: Der Zufall galt als Sprache der Götter.

Bemerkenswert ist, dass das Orakel nicht beliebig oft befragt werden durfte. Fiel die Antwort ungünstig aus, war die Frage für diesen Tag erledigt. Fiel sie günstig aus, musste sie noch durch weitere Zeichen bestätigt werden, etwa durch den Flug von Vögeln oder das Wiehern heiliger Pferde. Der Zufall wurde also ernst genommen, aber nicht als einzige Quelle der Wahrheit. Diese Zurückhaltung fehlt vielen modernen Spielern, die nach einem Verlust sofort den nächsten Versuch wagen.

Würfeln mit Ernst

Tacitus beschreibt noch eine zweite Seite des germanischen Umgangs mit dem Zufall. Die Germanen würfelten nach seinen Worten nüchtern und mit großem Ernst, als wäre es eine Angelegenheit von Gewicht. Wer alles verloren hatte, setzte sogar die eigene Freiheit ein und ließ sich als Knecht verkaufen, wenn er verlor. Tacitus sah darin einen Ausdruck von Treue zum gegebenen Wort, man kann es aber auch als frühes Beispiel für die Sogwirkung des Spiels lesen.

Archäologische Funde bestätigen, dass Würfel und Brettspiele im germanischen Raum verbreitet waren. In Gräbern wurden Spielsteine und Würfel aus Knochen gefunden, manchmal mit dem Spielbrett. Besonders bekannt sind Funde aus der späten Römerzeit, bei denen Glasspielsteine zusammen mit Würfeln in Kriegergräbern lagen. In der Wikingerzeit war das Brettspiel Hnefatafl verbreitet, ein Strategiespiel, bei dem ein König mit seinen Verteidigern gegen eine Übermacht entkommen muss. Ob dabei auch gewürfelt wurde, ist unsicher. Sicher ist, dass Spiele zum Leben der Oberschicht gehörten und mit ins Grab gegeben wurden. Das Fachportal Archäologie Online berichtet regelmäßig über solche Funde und zeigt, wie eng Spiel und Alltag verbunden waren.

Vom Orakel zur Wahrscheinlichkeit

Erst in der frühen Neuzeit begannen Mathematiker, den Zufall zu berechnen. Briefwechsel über Würfelspiele legten im 17. Jahrhundert den Grundstein für die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Aus dem Zeichen der Götter wurde eine Größe, die sich in Zahlen fassen lässt. Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung erklärt auf ihren Seiten, wie diese Rechnung bis heute funktioniert und warum sie bei jedem Spiel gilt, ob mit Knochenwürfel oder Zufallsgenerator.

Zufall heute: Regeln statt Götter

Im modernen Glücksspiel entscheidet kein Losstab und kein Priester, sondern ein geprüfter Zufallsgenerator. In Deutschland gelten dafür seit 2021 strenge Vorgaben. Online-Anbieter brauchen eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, die eine öffentliche Liste der zugelassenen Anbieter führt. Für Spieler gibt es Schutzmechanismen:

  • ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das für alle Anbieter zusammen gilt,
  • Einsatzgrenzen bei virtuellen Automaten von einem Euro pro Spiel,
  • eine Pause von mindestens fünf Sekunden zwischen zwei Spielen,
  • ein Sperrsystem, mit dem sich Spieler selbst ausschließen können.

Das alles ändert nichts am Grundprinzip, das schon Tacitus beschrieb: Der Ausgang bleibt ungewiss, und wer zu viel einsetzt, kann mehr verlieren als geplant.

Interessant ist, dass auch heute viele Spieler auf Glückssymbole vertrauen. Manche tragen einen Talisman, andere spielen nur an bestimmten Tagen oder mit bestimmten Zahlen. Runenanhänger mit Perthro oder Fehu, der Rune des Besitzes, werden gern als Glücksbringer getragen. Das ist harmlos, solange klar bleibt, dass kein Symbol den Zufallsgenerator beeinflusst. Wer merkt, dass er sein Spiel von solchen Zeichen abhängig macht oder Verluste mit dem nächsten Versuch ausgleichen will, sollte eine Pause einlegen.

Fazit: Der Zufall hat seine Bedeutung gewechselt

Für die Germanen sprach im Zufall der Wille der Götter. Heute wissen wir, dass er sich berechnen, aber nicht beherrschen lässt. Wer Runen als Symbol für Glück und Schicksal schätzt, kann darin eine Mahnung sehen: Das Los fällt, wie es fällt. Beim Spiel um Geld lohnt es sich, das im Kopf zu behalten.