Gudrunarkvida fyrsta - Das erste GudrunenliedGudrun saß über dem toten Sigurd; sie weinte nicht wie andere Frauen, aber schier wäre sie vor Leid zersprungen. Auch traten Frauen und Männer hinzu, sie zu trösten: aber das war nicht leicht. Es wird gesagt, Gudrun habe etwas gegessen von Fafnirs Herzen und seitdem der Vögel Stimmen verstanden. Auch dies wird von Gudrun gesagt: 1 Einst erging's,
daß Gudrun zu sterben
begehrte, 2 Ihr nahten
Helden, höfische Männer, 3 Herrliche Frauen
der Helden saßen, 4 Da sprach Giaflög,
Giukis Schwester: 5 Doch Gudrun
konnte vor Gram nicht
weinen, 6 Da sprach
Herborg, die Hunnenkönigin: 7 Über Vater und
Mutter und vier Brüder 8 Selbst die
Bestattung besorgen mußt
ich, 9 Dann kam ich in
Haft als Heergefangne 10 Sie drohte mir
immer aus Eifersucht, 11 Doch Gudrun
konnte vor Gram nicht
weinen, 12 Da sprach Gullrönd,
Giukis Tochter: 13 Sie schwang den
Schleier von Sigurd
nieder, 14 Auf sah Gudrun
einmal nur, 15 Da sank aufs
Kissen zurück die Königin, 16 Da jammerte
Gudrun, Giukis
Tochter: 17 Da sprach Gullrönd,
Giukis Tochter: 18 Da sprach
Gudrun, Giukis
Tochter: 19 So daucht auch
ich den Degen des Königs 20 Nun miß ich
beim Mahle, miß ich
im Bette 21 So habt ihr den
Leuten das Land verwüstet 22 Oft war im Volk
die Freude größer, 23 Da sprach Brünhild,
Budlis Tochter: 24 Da sprach Gullrönd,
Giukis Tochter: 25 Da sprach Brünhild,
Budlis Tochter: 26 Als wir in der
Halle des hunnischen
Volkes 27 Sie stand an der
Säule, den Schaft
ergriff sie; Darauf ging Gudrun
in Wälder und Wüsten
bis Dänemark, wo sie
bei Tora, Hakons
Tochter, sieben
Halbjahre weilte. Brünhild
wollte Sigurden nicht
überleben. Sie ließ
acht Knechte und fünf
Mägde töten. Darauf
durchbohrte sie sich
selbst mit dem
Schwerte - wie gesagt
ist in dem kürzeren
Sigurdsliede. |
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Quelle: www.loki.de.tf
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